Teil 4 - Opferrolle verlassen

Die sieben Säulen der Resilienz

Im vierten Teil geht es darum die Opferrolle zu verlassen und aktiv sein Leben zu gestalten.

Was ist eigentlich mit der Opferrolle gemeint? Sind wir nicht oft der Meinung, dass es die Umstände oder andere Personen sind, die uns in Situationen bringen, welche uns gar nicht zusagen? Und genau diese Gedanken sind es, weshalb wir der Meinung sind, dass sich die Welt um uns herum zu ändern hat, damit es uns besser geht. Wenn wir die Haltung einnehmen, die Umstände sind schuld an meinem nicht vorhandenen Glück, sind wir schon mitten in diesem "Opferrollen-Denken". Der Vorteil dieser Haltung ist, dass sie uns natürlich eine gewünschte Sicherheit im Leben vermitteln kann. Denn in diesem passiven Bereich kennen wir uns ja aus. Alles was außerhalb dieser von uns gemachten „Sicherheitszone“ ist, verunsichert uns und macht uns Angst.

Das ist eine ziemlich ambivalente Angelegenheit. Auf der einen Seite sehnen wir uns nach einer Veränderung in unserem Leben, wollen uns dann aber doch lieber dort aufhalten, wo wir uns sicher fühlen. Nur so kann sich nie was verändern. Ja, loszulassen kann weh tun, doch immer festhalten noch viel mehr. Dazu kommt, dass man beim Festhalten deutlich mehr Energie verbraucht als beim Loslassen. Hier stellt sich wieder die Frage, auf was möchte ich schauen? Auf das Unmögliche oder das Machbare?

Nelson Mandela sagte dazu einmal: "Es scheint immer unmöglich bis es vollbracht ist." Wenn wir auf unserem Lebenssofa sitzen bleiben und nur bejammern was alles in unserem Leben nicht funktioniert, werden wir an den Chancen unseres jetzigen Lebens vorbeileben. Nicht die Umstände, sondern wir stehen uns selber im Weg. Ich finde, das Zitat von Stephen Coveys fasst es sehr schön zusammen: "Ich bin nicht das Produkt meiner Umstände. Ich bin das Produkt meiner Einstellung."

Verständlicherweise ist es nicht einfach, in einer herausfordernden Situation nach neuen Möglichkeiten Ausschau zu halten. Doch das Leben muss nicht einfach sein, sondern gelebt werden. Hierzu ein Zitat von Viktor Frankl: „Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt. Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben her Befragte, der dem Leben zu antworten - das Leben zu ver-antworten hat.“ Wir haben immer die Freiheit zu einer Stellungnahme unserer momentanen Lebenssituation. Eine gute Übung wäre sich zu fragen, auf was man in der Zukunft zurückblicken möchte. Welcher Gedanke wäre erträglicher? Dass ich es versucht habe oder dass ich nie den Mut hatte? Wie ich schon in einem früheren Teil geschrieben habe: Ich kann nicht verlieren. Entweder ich gewinne oder ich habe gelernt wie es nicht geht. Scheitern wird doch erst dann schlimm, wenn ich liegen bleiben möchte. Sehen wir doch das Leben als Lerngeschenk und nicht als Anhäufung von gemachten Fehlern.

Obwohl Kolumbus sich vorgenommen hat Indien zu entdecken, landete er in Amerika, also nicht dort wo er hinwollte. Was wäre geschehen, wenn er sich gesagt hätte, dies ist unmöglich und nicht machbar? Das was ihn ausmachte, war sein Entdeckergeist und mit diesem hatte er allen Widrigkeiten getrotzt und konnte ein neues Land finden. Besinnen Sie sich doch einmal, was Sie ausmacht und fragen Sie sich, welches unbekannte Land Sie in Ihrem Leben noch entdecken wollen. Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen jetzt schon eine gute Reise und viel Freude beim Entdecken eines für Sie noch unbekannten Gebietes in Ihrem eigenen Leben.

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